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Wie lange dauert es, ein Zahnimplantat zu setzen?

Dein Schneidezahn geht den Weg alles Irdischen. Deshalb hat Dein Zahnarzt ein Implantat vorgeschlagen, damit Du Deine Umwelt wieder mit einem hübschen Lächeln entzücken kannst. Doch wie lange dauert es, bis Du die Prozedur überstanden hast? Informiere Dich!

Der Weg zum Zahnersatz: Kurz und knapp

Vom Vorgespräch bis zum Verschrauben der Implantatkrone solltest Du im Unterkiefer mindestens drei bis vier und im Oberkiefer mindestens sechs bis acht Monate einplanen. Muss bei Dir zusätzlich Knochen aufgebaut werden, dauert die ganze Prozedur noch um einige Wochen länger. Die Länge der Zeit hängt auch davon ab, wieviel Zeit Dein Zahnarzt zwischen Voruntersuchung und Operation verstreichen lässt.

Aufbau des Zahnimplantats

Bei einem Implantat handelt es sich nicht um einen künstlichen Zahn, der in einem Stück in den Kiefer eingepasst wird (1). Tatsächlich besteht ein komplettes Zahnimplantat aus mehreren Teilen:

Implantat: Eigentlich heißt nur die künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Zirkonia Implantat. Doch dem Volksmund sind die genauen Definitionen der Implantologie herzlich wurscht. Mittlerweile hat es sich eingebürgert, den ganzen künstlichen Zahn Implantat zu nennen.

Implantataufbau: Auf die künstliche Wurzel kommt das sogenannte Abutment. Es ist das Zwischenstück zum eigentlichen Zahnersatz. Die Oberfläche ist ganz glatt, damit das Zahnfleisch hier dicht abschließen kann. So bildet es eine Barriere für Keime aller Art.

Implantatkrone: Wie bei einem Eisberg siehst Du vom gesamten Implantat nur die Spitze. Diese Suprakonstruktion ersetzt den eigentlichen Zahn, den Du verloren hast. Bei Titanimplantaten kann es vorkommen, dass hier das Metall durch die Krone durchschimmert. Bei Zirkonia passiert das nicht. Deshalb empfehlen Zahnärzte für vordere Zähne meist dieses keramikähnliche Material.

Zahnimplantat Ablauf: So sieht der Fahrplan aus

Der lange Weg zum Zahnersatz mit Implantat beginnt mit einer Voruntersuchung. Der Zahnarzt prüft, ob der Kieferknochen eine künstliche Zahnwurzel tragen kann. Dafür macht er in der Regel ein Röntgenbild.

Wichtig ist auch, Entzündungen auszuschließen. Für ein einzelnes Implantat reicht es, wenn Dir der Zahnarzt einmal intensiv auf den Zahn fühlt. Brauchst Du mehrere künstliche Zähne, musst Du manchmal mehrere Male in die Praxis.

Nach der Voruntersuchung erstellt der Arzt einen Heil- und Kostenplan für das Zahnimplantat. Falls der Knochen nicht stark genug ist, kann ein sogenannter Knochenaufbau ihn verstärken.

Die Operation: Nichts für zarte Seelen

Unter lokaler Betäubung setzt der Zahnarzt das eigentliche Implantat in den Kieferknochen ein. Du siehst die Operation nicht. Aber das Aufschneiden von Zahnfleisch und das anschließende Bohren und Fräsen können empfindsamen Naturen schon sehr nahe gehen.

Auf Wunsch kann die Operation auch unter Vollnarkose stattfinden. Allerdings birgt das mehr Risiken als lokale Betäubung. Sprich mit Deinem Zahnarzt darüber! Er kann Dir sagen, ob sich eine Vollnarkose für Dich eignet.

Mit Schablone zur perfekten Position

Um das Implantat zu setzen, schneidet der Arzt zunächst das Zahnfleisch auf. Jetzt liegt der Kieferknochen frei. Wichtig ist nun die genaue Position der künstlichen Zahnwurzel. Diese findet der Arzt meist mit einer Schablone, die er genau an Deinen Kieferknochen anpasst (2).

Nun geht es ans Bohren: Im Prinzip geht das vor sich wie das Einsetzen eines Dübels. Allerdings beginnt der Zahnarzt mit einem kleinen Bohrer und steigert nach und nach die Bohrergröße.

Manchmal muss der Zahnarzt auch Knochen fräsen. Bei den sogenannten All-on-4-Implantaten spielt der Winkel der Implantate eine wichtige Rolle. Er lässt sich meist nur mit dem Wegfräsen von Knochen erreichen.

Ist das Bohrloch fertig, verschraubt der Zahnarzt das Implantat. Auf die künstliche Zahnwurzel kommt eine Innenschraube, die sie dicht verschließt. Dann vernäht er das Zahnfleisch über der Zahnwurzel. Ohne Komplikationen dauert die Operation pro Zahn ungefähr 20 Minuten.

Sonderfall: Offene Wundheilung

Du möchtest nicht monatelang ohne Vorderzahn herumlaufen? In diesem Fall kann Dein Arzt eine sogenannte offene Wundheilung machen. Dafür wird ein sogenannter Zahnfleischformer auf das Implantat gesteckt. Rundherum wird das Zahnfleisch eingenäht. Auf dem Zahnfleischformer kann der Arzt jetzt einen provisorischen Zahnersatz befestigen.

Keine Fisimatenten erlaubt!

Nach der Operation hängt bei der Heilung viel von Deinem Verhalten ab. Jetzt darfst Du vor allem nicht rauchen und keinen Kaffee oder Alkohol trinken (3). Überhaupt solltest Du Dich selbst und Deinen Mundraum schonen. Anstrengungen und Stress aller Art vermeidest Du besser, damit Dein Körper den Eingriff schnell verkraften kann.

Wichtig ist von jetzt ab perfekte Mundhygiene. Desinfizierende Spülungen verhindern, dass sich die Wunde über dem Implantat infiziert. Manche Zahnärzte verschreiben ein Antibiotikum, damit Entzündung keine Chance hat.

Wichtig: Ein Antibiotikum setzt Deiner Darmflora stark zu. Achte deshalb darauf, nach der Einnahme Dein Mikrobiom im Darm wieder aufzubauen. Das geht mit fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir oder Kombucha. Auch Präparate mit Lactobacillus-Bakterien helfen, nützliche Bakterien im Verdauungssystem anzusiedeln.

Einwachsen dauert mehrere Monate

Nach mehreren Tagen kontrolliert der Arzt die Wunde. Die Fäden werden meist nach 10 Tagen gezogen. Das Einwachsen dauert jedoch mehrere Monate. Der Unterkiefer ist etwas härter als der Oberkiefer, deshalb läuft die Bildung von Knochenmasse hier schneller ab.

Allerdings verstreichen auch hier zwischen zwei und vier Monaten, bis das Implantat fest sitzt. Im Oberkiefer kann das Zahnimplantat bis zu sechs Monate benötigen. Während die künstliche Zahnwurzel einwächst, solltest Du regelmäßig beim Zahnarzt zur Kontrolle erscheinen.

Sitzt das Implantat fest im Kiefer?

Mit einem weiteren Röntgenbild kann der Arzt kontrollieren, ob der Knochen um die künstliche Zahnwurzel gut gewachsen ist. Üblich ist auch ein Klopftest: Klopft der Arzt mit dem Griff eines Instruments auf den Kopf, solltest Du einen hellen Schall hören. Allerdings gibt es auch modernere Methoden, die weniger empirisch angelegt sind, beispielsweise eine Resonanz-Frequenz-Analyse (4).

Nach dem Knochen das Zahnfleisch

Ist die Wurzel fest eingewachsen, ist das Zahnfleisch an der Reihe. Ausnahme: Bei einer offenen Wundheilung erübrigt sich dieser Schritt. Hier ist das Zahnfleisch bereits dicht an das Abutment herangewachsen.

Der Einsatz des sogenannten Gingivaformers oder Zahnfleischformers beginnt mit einer Spritze. Das Zahnfleisch wird lokal betäubt, damit der Zahnarzt es aufschneiden kann. Nun entfernt er den Verschluss vom Implantat und schraubt stattdessen den Zahnfleischformer auf. Das Zahnfleisch wächst nun idealerweise ganz dicht um den Zahnfleischformer herum.

Zwei Wochen Gingivaformer

Nach ca. zwei Wochen ersetzt das Abutment den Gingivaformer und der endgültige Zahnersatz kann auf dem Implantat angebracht werden. Nun liegt es an Dir, gut für Deinen Zahnersatz zu sorgen. Zahnimplantate erfordern sorgfältige Pflege – neben Zähnebürsten solltest Du sie regelmäßig mit Interdentalbürsten reinigen.

Darüber hinaus hilft ein aMMP-8-Test zweimal im Jahr, dem möglichen Verlust eines Implantats vorzubeugen. Dieser Speicheltest misst die Menge von aktiviertem Matrixmetalloproteinase 8. Dieses Enzym kann Kollagen spalten – ein ungemein wichtiges Protein im Körper, das Bindegewebe wie Zahnfleisch und Knochen seine Festigkeit gibt.

Wie steht es mit Schmerzen?

Die bisherige Beschreibung zeigt Dir, dass eine Implantation immer mit Schmerzen verbunden ist. Allerdings ist es unmöglich, deren Stärke oder Dauer pauschal anzugeben.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Eingriffe im Kiefer. Manche Menschen überstehen das Einsetzen der künstlichen Zahnwurzel problemlos und brauchen nur direkt nach der Operation eine Schmerztablette. Andere dagegen leiden tagelang.

Tipp: Informiere Dich bereits bei der Voruntersuchung über Schmerzbekämpfung. Mache Deinem Zahnarzt klar, dass Du schmerzempfindlich bist und nicht die Absicht hast, allzu große Schmerzen zu ertragen.

Fazit: Was lange währt, wird endlich gut?

Das Setzen eines Implantats ist ein Prozess, der mehrere Monate beansprucht. Nach einer Voruntersuchung wird zunächst die künstliche Zahnwurzel im Kiefer verankert. Ist die Wurzel im Kieferknochen eingewachsen, sorgt ein Gingivaformer für die richtige Form des Zahnfleisches. Erst nach diesen Schritten können das Abutment und die Krone angebracht werden.

Der endgültige Zahnersatz im Mund bedeutet nicht, dass ein Happy End von Dauer ist. Hygiene im Mundraum spielt beim Einsetzen von Implantaten eine ebenso große Rolle wie beim Erhalt.

Sorgfältige Pflege, die aus mindestens zweimal täglichem Zähneputzen, der täglichen Anwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten besteht, ist die Voraussetzung für eine lange Partnerschaft mit Deinem Implantat. Außerdem musst Du drei- bis sechsmal pro Jahr einen Termin bei der Dentalhygiene einplanen.

Ein einfacher Speicheltest zum Nachweis von Kollagenabbau (aMMP-8-Test) ermittelt Dein individuelles Risiko für Komplikationen, wie eine Periimplantitis. Genauso wie ein Diabetiker regelmäßig seinen Blutzucker kontrolliert, solltest Du zweimal im Jahr deinen aMMP-8 Wert ermitteln, um spätere Komplikationen zu verhindern. Dieser regelmäßige Speicheltest hilft auch, den gesamten aktuellen Gesundheitszustand deiner Mundhöhle zu beurteilen.

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Quellenverzeichnis:

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